Im Rahmen eines Meisterstücks im Schreinerhandwerk fertigten wir gebogene und plane Glasscheiben für den verglasten Türbereich einer antik anmutenden Standuhr. Die Anfertigung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber. Der ursprüngliche Entwurf sah eine mittige Biegung vor, wurde jedoch im weiteren Planungsverlauf überarbeitet: Statt einer mittig gebogenen und zwei planen Scheiben entschied sich der angehende Meister für eine plane Mittelscheibe und zwei gebogene Flanken. Wir lieferten drei passgenaue Weißglasscheiben – zwei zylindrisch gebogene und eine plane ESG-Scheibe – im individuellen Modellzuschnitt.
Projektanforderungen für die Standuhr
Anfertigung maßgeschneiderter Glasscheiben zur Integration in eine Standuhr
Berücksichtigung gestalterischer und handwerklicher Vorgaben des Meisterstücks
Umplanung des Glasaufbaus während des Prozesses (von mittiger zu seitlicher Biegung)
Harmonisches Zusammenspiel von Glasform und Holzrahmen
Lieferung in enger Abstimmung mit regionalem Handwerk
Technische Daten des Meisterstücks
2 zylindrisch gebogene Scheiben aus 4 mm Weißglas
1 plane Mittelscheibe aus ESG Weißglas, 4 mm stark
Modellzuschnitt nach Maß
Biegung vertikal verlaufend (von unten nach oben)
Lieferung montagebereit für Holzrahmeneinbau
Herangehensweise und Ergebnis für das Objekt
Die Umsetzung erfolgte auf Basis enger Abstimmung mit dem angehenden Schreinermeister. Nach einer Planungsänderung während der Fertigungsphase wurde der ursprüngliche Scheibenaufbau umgestellt: Statt einer gebogenen Mittelscheibe entschied sich der Kunde für zwei seitlich gebogene Glasscheiben, wodurch die Optik der Uhr ausgewogener wirkte. Die Biegung wurde vertikal ausgeführt – von unten nach oben – und erforderte präzise Abstimmung mit dem finalen Holzaufbau.
Alle drei Scheiben wurden als Einzelstücke gefertigt, händisch zugeschnitten und an den modellierten Uhrkörper angepasst. Durch die Kombination von zylindrisch gebogenem Weißglas mit planem ESG konnte eine filigrane und zugleich stabile Glasausführung realisiert werden. Die Zusammenarbeit mit dem Handwerksbetrieb vor Ort verlief lösungsorientiert und flexibel – typisch für unsere Arbeitsweise in Unikatanwendungen.
Eine besondere Herausforderung war die Erneuerung einer Scheibe am U-Bahnhof Fehrbelliner Platz in Berlin. Die gebogene VSG Scheibe hat eine Gesamtabwicklung von 3180 mm, was auch für uns nicht in einem Stück machbar war. Die Scheibe in der Mitte zu teilen, war sicher auch früher schon häufig das Mittel der Wahl. Die eigentliche Schwierigkeit war, das gesamte Scheibenkontor auf eine Schablone zu übertragen, zu digitalisieren und so zu fertigen, dass beide Scheiben perfekt verbaut werden können.
Wegen seines Uhrenturms trägt die Eingangshalle des U-Bahnhofs mit Bushaltestelle, Kiosk und Gastronomie bei den Berlinern den Spitznamen „Bohrinsel“. Das Empfangsgebäude wurde 2017 unter Denkmalschutz gestellt.
Erstellt wurde hier ein besonderer Raumtrenner für einen Besprechungsraum einer Landesbank. Unser Kunde , die Schreinerei Wittmann, sollte auf eine Podestfläche im Raum einen ovalen Besprechungsraum mit gebogenen Gläsern erbauen. Besondere Anforderung bei diesem Projekt: Auch die Eingangstür sollte gebogen sein.
VSG-Glas aus 2 x 5 mm Weissglas
laminiert mit einer EVA-Folie in einer Scheibenhöhe von 2654 mm
Die Sanierung des denkmalgeschützten Feuerschiffs „Norderney“ in Wilhelmshaven erforderte die fachgerechte Restaurierung des originalen Leuchtfeuers. Die Gläser von 1907 mussten teilweise ersetzt werden. Die Glasbiegerei Pfaltz in Radeburg wurde beauftragt, zwei spezielle gebogene Scheiben zu produzieren, die sich perfekt in das historische Objekt einfügen.
Projektanforderungen bei der Schiffssanierung
Ersatz von zwei gebogenen Glasscheiben am Leuchtfeuer des Feuerschiffs.
Exakte Nachbildung des Musterglases, das zur Verfügung gestellt wurde.
Enge Abstimmung mit dem Auftraggeber, den Technischen Betrieben Wilhelmshaven.
Technische Daten der Leuchtfeuer-Verglasung
Glasaufbau: Gebogenes VSG-Glas aus 2 x 4 mm Floatglas.
Laminierung mit 0,76 mm EVA-Folie.
Modellzuschnitt mit 3 Rundecken.
Feuerrschiff_vorher_1280x960px
Das Leuchtfeuer des sanierungsbedürftigen Feuerschiffs war abmontiert und zwischengelagert worden.
Feuerschiff-Leuchtfeuer_1280x1280
Das historische Leuchtfeuer kurz vor der Montage auf dem Schiff. Die Wölbung des Glases, Zuschnitt und Passform sind unsere Handwerkskunst.
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Das Feuerschiff nach der Sanierung mit restauriertem Leuchtfeuer und neuem Namen.
Herangehensweise und Ergebnis bei der Glasrestaurierung
Nach Vorlage einer originalen Musterscheibe erfolgte eine präzise Handarbeit: Das Glas wurde mittels Rolling-Verfahren gebogen, um die benötigte Form zu erreichen. Die gebogene Scheibe wurde dann händisch in das gewünschte Dreiecksmodell geschnitten und mit Rundecken versehen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber gewährleistete eine perfekte Passform und den Erhalt des historischen Leuchtfeuers.
Diese Glasvitrine ist das zentrale Stück einer Tischler-Meisterarbeit – von der Idee über die Planung bis hin zur Ausführung gemeinsam mit dem angehenden Meister.
Glasvitrine gebogen aus Floatglas 8 mm mit Einlegeboden
Breite 600 mm, Höhe 550 mm, Biegeradius 300 mm
Boden- und Deckscheibe ESG 8 mm mit Bohrlöchern
Rückwand 8 mm mit Aussparung für Einlegeboden
Seitenteile und 2-flüglige Tür mit Griffen, Scharniere aus Edelstahl gebogen im Biege-Radius
Uns erreichte diese Anfrage (siehe Zeichnung), die sehr interessant wirkte, gleichzeitig aber in der Planung und Umsetzung einige Herausforderungen mit sich brachte.
Wir steckten die kreativen Köpfe zusammen mit den Fragestellungen: Wie können wir diese Gläser mit bestem Ergebnis biegen? Wie öffnen sich die Türen? Welche Scharniere können wir verwenden, ohne Bohrungen? Wie schließen die Türen?
Es folgten Probebiegungen, Telefonate, vor Ort, Besprechungen mit dem Auftraggeber, ein neuer Ansatz, ein neuer Gedanke – und dann ein Meisterstück aus unserem Haus.